Ebenholz & Ebenholzgewächse

Arten & Bedeutung

Zählt zu den außereuropäischen Laubhölzern und bezeichnet ein schwarzes (oder schwarz gestreiftes) Holz von verschiedenen Bäumen der Gattung Diospyros aus der Familie der Ebenholzgewächse.

Die Ebenholzbäume, Dattelpflaumen oder Götterpflaumen (Diospyros) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Ebenholzgewächse (Ebenaceae). Diese Gattung enthält einige Arten, deren Holz unter dem Namen Ebenholz gehandelt wird, das beispielsweise zur Möbelherstellung verwendet wird. Von einigen Arten wird das Obst genutzt.

Die Gattung der Ebenholzbäume besteht aus 475 bis 485 Arten. Sie alle gehören zur Ordnung der Ericales, der Heidekrautartigen. Ebenholzbäume sind verholzende Pflanzen. Sie wachsen baum- oder strauchartig. Es gibt immergrüne sowie laubabwerfende Arten. Typisch ist die schwarze, innen gelbliche Rinde.

Die Gattung der Ebenholzbäume fand erstmals im Jahre 1753 durch den schwedischen Botaniker Carl von Linné wissenschaftliche Erwähnung. Der botanische Name "Diospyros" bedeutet übersetzt "Frucht des Zeus" oder so viel wie "göttliche Frucht".

 

Blatt

Die Blätter der Ebenholzbäume stehen wechselständig. Sie sind spiralig oder zweizeilig an den Trieben angeordnet. Die Laubblätter gliedern sich in Blattspreite und Blattstiel. Die Laubblätter sind einfach und ganzrandig. An den Unterseiten befinden sich dunkle Drüsen. Nebenblätter sind nicht vorhanden.

 

Blüte

Die meisten Ebenholzbäume sind zweihäusig getrenntgeschlechtlich, einige Arten verfügen über zwittrige Blüten. Sie sind drei- bis achtzählig und bilden eine doppelte Blütenhülle. Die verwachsenen Kelchblätter bilden eine behaarte und zugespitzte Knospe. Es gibt drei bis sieben röhren- bis glockenförmige Kronblätter. Sie sind weiß, cremefarben oder gelb. Die männlichen Blüten stehen in Blütenständen, manchmal in Gruppen an den Blattachseln der jungen Triebe. Die weiblichen Blüten stehen einzeln, ebenfalls in Blattachseln. In den männlichen und den zwittrigen Blüten stehen meist zwei oder mehr Kreise mit Staubblättern.

 

Frucht

Viele Arten von Ebenholzbäumen bilden nach der Blüte fleischige oder ledrige Beerenfrüchte. Sie enthalten bis zu 16 flache Samen. Die Kelchblätter bleiben meist an den Früchten haften, was ihnen ein charakteristisches Aussehen verleiht. Einige Arten sind beliebte Naschfrüchte, wie beispielsweise der Kaki (Diospyros kaki), die auch bei uns im Handel erhältlich ist.

 

Holz

Kernholz

Ist sehr hart, schwer und gehört zu den wertvollsten Holzarten.

 

Splintholz

Ist zumeist gelb-graue, das in aller Regel sofort noch am Fällort durch Abbeilen entfernt wird, kann bis zu 70 % des Stamms ausmachen und gilt als wertlos und unattraktiv.

 

Dichte

Hängt stark von der jeweiligen Sorte ab und liegt im Bereich 0,9 bis 1,3 kg/dm³.

 

Verwendung

Man verwendet Ebenholz hauptsächlich für Intarsien und Furniere sowie für Musikinstrumente (Holzblasinstrumente, Griffbretter, Klaviaturen, Wirbel etc.), als Griffholz für Messer und feine Werkzeuge, bei Schnitzereien und Kunstdrechslerarbeiten. Im Historismus war es ein beliebtes Holz für Tür- und Fenstergriffe sowie Besteckgriffe. Verschnittreste werden zur Herstellung von Strick- und Häkelnadeln verwendet. Eine Bezeichnung für einen speziellen Kunsttischler, Ebenist, leitet sich vom Ebenholz ab.

 

Etymologie

Während heute mit Ebenholz das schwarze Kernholz der in Indien und Sri Lanka beheimateten Baumgattung Diospyros bezeichnet wird, ist biblisch mit hebräisch הָבְנִים (håvnîm) ein vergleichbares Holz gemeint, das von Nubien aus exportiert wurde. Untersuchungen des dunklen Holzes, das man in ägyptischen Gräbern gefunden hat (ägyptisch hbny = Ebenholz; vgl. engl. ebony), konnten es als das Holz des afrikanischen Grenadills (Dalbergia melanoxylon) aus der Familie der Hülsenfrüchtler identifizieren. Diese Baumart wächst in den trockenen Gebieten am südlichen Rand der Sahara. Über das Lateinische (h)ebenus ist es dann wahrscheinlich ins Deutsche eingewandert.

Ebenholz wird im Alten Testament (Hes 27,15 EU) als tyrisches Handelsgut genannt, das aus der Hafenstadt Dedan (LXX liest Rhodos, so auch die Lutherübersetzung) im südlichen Arabien eingeführt wurde.

 

Ebenholz in der Mythologie

In Mythologie, Zauberei und Esoterik wird Ebenholz oft eine magische Wirkung zugeschrieben. So sollen Häuser mit ebenhölzernen Pfählen nicht von bösen Geistern betreten werden können, Waffen aus Ebenholz sollen Dämonen verwunden können. Auch Zauberstäbe werden oft aus Ebenholz hergestellt, ebenso sollten magische Gegenstände in Schatullen aus Ebenholz aufbewahrt werden, um ihre Kraft zu behalten. Die populärste Erwähnung von Ebenholz in der Sagen- und Märchenwelt ist sicherlich die Geschichte von Schneewittchen, dessen Haar so schwarz wie Ebenholz war.

Ceylon-Ebenholz (Diospyros ebenum)

Gilt als die edelste aller Ebenholzarten. Es ist extrem hart, sehr schwer und weist praktisch keine wahrnehmbaren Poren auf. Aufgrund seiner massiven Dichte ist das tiefbraune bis schwarze Edelholz resistent gegen Schädlinge und Verwitterung, geht im Wasser unter und ist heute kaum noch im Handel erhältlich.

 

Farbe

Tiefdunkles Braun bis sattes Schwarz; das Splintholz (äußerer Stamm) ist hellgelb bis grau und wird meist entfernt.

 

Struktur

Äußerst feinporig, homogen, ohne sichtbare Jahresringe.

 

Härte & Gewicht

Sehr hohe Dichte (schwerer als Wasser), extrem hart und spröde.

 

Beständigkeit

Exzellente Resistenz gegen Schädlinge, Termiten und Verwitterung.

Madagaskar-Ebenholz (Diospyros perrieri) und (Diospyros baronii)

Ist eines der schwersten, härtesten und exklusivsten Hölzer der Welt. Wegen seiner extremen Dichte und feinen Struktur ist es bei Instrumentenbauern, Drechslern und im Kunsthandwerk hochbegehrt. Es ist streng geschützt und darf international kaum gehandelt werden.

 

Farbe & Struktur

Das Kernholz ist meist dunkelbraun bis tiefschwarz, feinporig und weist keine sichtbaren Jahresringe auf.

 

Eigenschaften

Es ist extrem langlebig, resistent gegen Pilze und Termiten und lässt sich hochglänzend polieren.

 

Gewicht

Es ist so dicht, dass es im Wasser versinkt.

 

Verwendung

Musikinstrumentenbau

Aufgrund seiner hohen Verschleißfestigkeit wird es traditionell für Geigengriffbretter und Bauteile von Zupf- oder Blasinstrumenten genutzt.

 

Luxusgüter

Verwendung findet es in sehr kleinen Mengen auch für exklusive Messergriffe, Billardqueues oder im feinen Möbelbau

Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica) (Indonesien)

Ist eine der wertvollsten, härtesten und schwersten Holzarten der Welt. Es stammt von der indonesischen Insel Sulawesi und zeichnet sich durch seine auffällige, dekorative Maserung aus: Auf tiefschwarzem Kernholz verlaufen markante, hellgelbe bis braune Längsstreifen.

 

Dichte

Es hat eine extrem hohe Rohdichte von 0,9 bis 1,2 kg/dm³ und geht im Wasser unter.

 

Verarbeitung

Trotz seiner Härte lässt es sich gut drechseln, schnitzen und polieren. Der feine Schleifstaub ist jedoch gesundheitsschädlich (Atemwegs- und Hautreizungen).

 

Verwendung

Es wird hauptsächlich für exklusive Messergriffe, Musikinstrumente (z. B. Gitarrengriffbretter), Billardqueues und feine Drechslerarbeiten verwendet.

Kamerun-Ebenholz (Diospyros crassiflora)

Ist das am weitesten verbreitetes afrikanisches Ebenholz. Es ist extrem schwer, hart und tiefschwarz, oftmals mit grauen Adern durchzogen. Weil es jedoch deutlich offener poriger ist als andere Sorten, wird es im hochwertigen Instrumentenbau geringer geschätzt.

 

Farbe

Tiefschwarz, aber nur etwa 10 % der Stämme sind makellos schwarz. Häufig finden sich graue oder hellbraune Adern.

 

Porosität

Ausgeprägt offenporig.

 

Verarbeitung

Lässt sich gut polieren und extrem glatt bearbeiten, ist aber durch die Poren weniger stabil als feinporige Alternativen (wie Ceylon-Ebenholz).

 

Verwendung

Beliebt für Drechselarbeiten, Schnitzereien, Griffbretter, Intarsien und Griffe.

Amara-Ebenholz (Diospyros marmorata)

Oft als Makassar-Ebenholz bezeichnet, ist ein extrem dichtes, hartes und wertvolles Exotenholz aus Indonesien. Es ist berühmt für seine markante, tiefschwarze Grundfarbe mit feinen, gelb-braunen Streifen. Wegen seiner hohen Beständigkeit und exklusiven Optik wird es meist für edle Möbel, Musikinstrumente oder als Furnier verwendet.

Mun-Ebenholz (Diospyros mun)

Ist ein seltenes, äußerst dichtes Edelholz aus Südostasien, das für seine markanten braunen bis tiefschwarzen Streifen bekannt ist. Es ähnelt dem Makassar-Ebenholz und ist wegen seiner eleganten Optik und Stabilität besonders bei Messerbauern, Drechslern und im Instrumentenbau beliebt.

 

Herkunft

Hauptsächlich in Laos und Vietnam beheimatet.

 

Optik

Verfügt über reizvolle, teils cremige/grünliche bis schwarze Kontraststreifen, die je nach Lichteinfall ein tolles Farbenspiel zeigen.

 

Beschaffenheit

Schwer, hart, sehr formstabil und feinporig.

 

Verwendung

Wird oft für Messergriffe, exklusive Schreibgeräte, Schmuck oder Intarsien genutzt

Diospyros tessellaria (Mauritius)

 

Diospyros foliosa (Syn.: Maba ebenus) (Molukken, Neuguinea)

 

Gestreifte Ebenhölzer

Diospyros melanoxylon und Diospyros insularis Diospyros kurzii, Diospyros discolor und Diospyros oocarpa.

 

 

Bekannte Frucht- und Nutzpflanzen

Einige Arten der Ebenholzgewächse sind vor allem für ihre köstlichen, vitaminreichen Früchte bekannt.

 

Kaki / Kakipflaume (Diospyros kaki)

Ursprünglich aus Asien stammender Baum, der weltweit für seine süßen Früchte angebaut wird.

Amerikanische Persimone (Diospyros virginiana)

In Nordamerika beheimatete Art mit essbaren, pflaumenähnlichen Früchten.

Schwarze Sapote (Diospyros nigra)

Eine zentralamerikanische Art, deren Fruchtfleisch reif wie Schokoladenpudding schmeckt.

Lotuspflaume

Die anfangs gelben bis orangen und bei Reife bläulich-schwarzen, mehrsamigen, kahlen Beeren, mit beständigem Kelch und teils Griffelresten, sind bei einem Durchmesser von 1 bis 2,4 Zentimetern fast kugelig bis ellipsoid. Sie sind weiß-bläulich „bereift“ und schmecken vollreif süßlich.

Quelle: Wikipedia