Ebenholz - Ebenholzgewächse

Veröffentlicht am 7. Juni 2026 um 06:26

Makassar-Ebenholz

Zählt zu den außereuropäischen Laubhölzern und bezeichnet ein schwarzes (oder schwarz gestreiftes) Holz von verschiedenen Bäumen der Gattung Diospyros aus der Familie der Ebenholzgewächse.

Die Ebenholzbäume, Dattelpflaumen oder Götterpflaumen (Diospyros) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Ebenholzgewächse (Ebenaceae). Diese Gattung enthält einige Arten, deren Holz unter dem Namen Ebenholz gehandelt wird, das beispielsweise zur Möbelherstellung verwendet wird. Von einigen Arten wird das Obst genutzt.

Die Gattung der Ebenholzbäume besteht aus 475 bis 485 Arten. Sie alle gehören zur Ordnung der Ericales, der Heidekrautartigen. Ebenholzbäume sind verholzende Pflanzen. Sie wachsen baum- oder strauchartig. Es gibt immergrüne sowie laubabwerfende Arten. Typisch ist die schwarze, innen gelbliche Rinde.

Die Gattung der Ebenholzbäume fand erstmals im Jahre 1753 durch den schwedischen Botaniker Carl von Linné wissenschaftliche Erwähnung. Der botanische Name "Diospyros" bedeutet übersetzt "Frucht des Zeus" oder so viel wie "göttliche Frucht".

 

Blatt

Die Blätter der Ebenholzbäume stehen wechselständig. Sie sind spiralig oder zweizeilig an den Trieben angeordnet. Die Laubblätter gliedern sich in Blattspreite und Blattstiel. Die Laubblätter sind einfach und ganzrandig. An den Unterseiten befinden sich dunkle Drüsen. Nebenblätter sind nicht vorhanden.

 

Blüte

Die meisten Ebenholzbäume sind zweihäusig getrenntgeschlechtlich, einige Arten verfügen über zwittrige Blüten. Sie sind drei- bis achtzählig und bilden eine doppelte Blütenhülle. Die verwachsenen Kelchblätter bilden eine behaarte und zugespitzte Knospe. Es gibt drei bis sieben röhren- bis glockenförmige Kronblätter. Sie sind weiß, cremefarben oder gelb. Die männlichen Blüten stehen in Blütenständen, manchmal in Gruppen an den Blattachseln der jungen Triebe. Die weiblichen Blüten stehen einzeln, ebenfalls in Blattachseln. In den männlichen und den zwittrigen Blüten stehen meist zwei oder mehr Kreise mit Staubblättern.

 

Frucht

Viele Arten von Ebenholzbäumen bilden nach der Blüte fleischige oder ledrige Beerenfrüchte. Sie enthalten bis zu 16 flache Samen. Die Kelchblätter bleiben meist an den Früchten haften, was ihnen ein charakteristisches Aussehen verleiht. Einige Arten sind beliebte Naschfrüchte, wie beispielsweise der Kaki (Diospyros kaki), die auch bei uns im Handel erhältlich ist.

 

Holz

Kernholz

Ist sehr hart, schwer und gehört zu den wertvollsten Holzarten.

 

Splintholz

Ist zumeist gelb-graue, das in aller Regel sofort noch am Fällort durch Abbeilen entfernt wird, kann bis zu 70 % des Stamms ausmachen und gilt als wertlos und unattraktiv.

 

Dichte

Hängt stark von der jeweiligen Sorte ab und liegt im Bereich 0,9 bis 1,3 kg/dm³.

 

Sorten

Kamerun-Ebenholz (Diospyros crassiflora)

Kommt aus Afrika und ist die auf dem Weltmarkt verbreitetste Sorte Ebenholz, oft von tiefschwarzer Farbe, meist aber auch mit grauen Adern durchzogen. Nur ca. 10 % der Stämme weisen eine gleichmäßige Schwärze auf. Es zeigt eine ausgeprägte Offenporigkeit, die für diese Sorte charakteristisch ist und es zum weniger geschätzten Holz macht.

 

Ceylon-Ebenholz (Diospyros ebenum)

Ist die beste, heute kaum noch verfügbare Qualität: sehr hart, gut polierbar, praktisch ohne wahrnehmbare Poren, gut bearbeitbar, witterungs- und termitenfest. Die Farbe dieser Art tendierte eher zu dunkelbraun. Das Ebenholz des europäischen Möbelbaus im 16.–19. Jahrhundert war von dieser Sorte.

 

Madagaskar-Ebenholz (Diospyros perrieri) und (Diospyros baronii)

Ist von eher dunkelbrauner Farbe, es ist sehr feinporig, witterungsfest, termitenfest und hat eine Dichte von ca. 1,0 kg/dm³. Diese Art steht auf der CITES-Liste und darf nicht mehr exportiert werden.

 

Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica) (Indonesien)

Zählt zu den farbigen Ebenhölzern und ist im Splint gelblichweiß, im Kernholz schwarz mit sehr charakteristischen hellgelb bis braungestreifte längsverlaufende Maserung; es ist sehr dicht und farbbeständig. Seine Dichte beträgt 1,1 bis 1,3 kg/dm³. Im englischen Sprachraum wird es auch als Coromandelholz oder Marblewood bezeichnet.

 

Amara-Ebenholz (Diospyros marmorata)

Auch falsches Makassar genannt, weicht farblich etwas vom Makassar ab, es ist etwas heller.

 

Mun-Ebenholz (Diospyros mun)

Kommt aus Laos und Vietnam und ist ähnlich wie Makassar-Ebenholz zweifarbig gestreift.

 

Diospyros tessellaria (Mauritius)

 

Diospyros foliosa (Syn.: Maba ebenus) (Molukken, Neuguinea)

 

Gestreifte Ebenhölzer

Diospyros melanoxylon und Diospyros insularis Diospyros kurzii, Diospyros discolor und Diospyros oocarpa.

 

Verwendung

Man verwendet Ebenholz hauptsächlich für Intarsien und Furniere sowie für Musikinstrumente (Holzblasinstrumente, Griffbretter, Klaviaturen, Wirbel etc.), als Griffholz für Messer und feine Werkzeuge, bei Schnitzereien und Kunstdrechslerarbeiten. Im Historismus war es ein beliebtes Holz für Tür- und Fenstergriffe sowie Besteckgriffe. Verschnittreste werden zur Herstellung von Strick- und Häkelnadeln verwendet. Eine Bezeichnung für einen speziellen Kunsttischler, Ebenist, leitet sich vom Ebenholz ab.

 

Etymologie

Während heute mit Ebenholz das schwarze Kernholz der in Indien und Sri Lanka beheimateten Baumgattung Diospyros bezeichnet wird, ist biblisch mit hebräisch הָבְנִים (håvnîm) ein vergleichbares Holz gemeint, das von Nubien aus exportiert wurde. Untersuchungen des dunklen Holzes, das man in ägyptischen Gräbern gefunden hat (ägyptisch hbny = Ebenholz; vgl. engl. ebony), konnten es als das Holz des afrikanischen Grenadills (Dalbergia melanoxylon) aus der Familie der Hülsenfrüchtler identifizieren. Diese Baumart wächst in den trockenen Gebieten am südlichen Rand der Sahara. Über das Lateinische (h)ebenus ist es dann wahrscheinlich ins Deutsche eingewandert.

Ebenholz wird im Alten Testament (Hes 27,15 EU) als tyrisches Handelsgut genannt, das aus der Hafenstadt Dedan (LXX liest Rhodos, so auch die Lutherübersetzung) im südlichen Arabien eingeführt wurde.

 

Ebenholz in der Mythologie

In Mythologie, Zauberei und Esoterik wird Ebenholz oft eine magische Wirkung zugeschrieben. So sollen Häuser mit ebenhölzernen Pfählen nicht von bösen Geistern betreten werden können, Waffen aus Ebenholz sollen Dämonen verwunden können. Auch Zauberstäbe werden oft aus Ebenholz hergestellt, ebenso sollten magische Gegenstände in Schatullen aus Ebenholz aufbewahrt werden, um ihre Kraft zu behalten. Die populärste Erwähnung von Ebenholz in der Sagen- und Märchenwelt ist sicherlich die Geschichte von Schneewittchen, dessen Haar so schwarz wie Ebenholz war.

 

Bekannte Frucht- und Nutzpflanzen

Einige Arten der Ebenholzgewächse sind vor allem für ihre köstlichen, vitaminreichen Früchte bekannt.

 

Kaki / Kakipflaume (Diospyros kaki)

Ursprünglich aus Asien stammender Baum, der weltweit für seine süßen Früchte angebaut wird.

Amerikanische Persimone (Diospyros virginiana)

In Nordamerika beheimatete Art mit essbaren, pflaumenähnlichen Früchten.

Schwarze Sapote (Diospyros nigra)

Eine zentralamerikanische Art, deren Fruchtfleisch reif wie Schokoladenpudding schmeckt.

Lotuspflaume

Die anfangs gelben bis orangen und bei Reife bläulich-schwarzen, mehrsamigen, kahlen Beeren, mit beständigem Kelch und teils Griffelresten, sind bei einem Durchmesser von 1 bis 2,4 Zentimetern fast kugelig bis ellipsoid. Sie sind weiß-bläulich „bereift“ und schmecken vollreif süßlich.

Quelle: Wikipedia

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